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Digitales Wörterbuch von Bayerisch-Schwaben (WBS)

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Der schwäbisch-alemannische Wortschatz in Bayern – Erforschung und Dokumentation

Das Digitale Wörterbuch von Bayerisch-Schwaben (WBS) erforscht und dokumentiert den dialektalen Wortschatz des schwäbisch-alemannischen Teils von Bayern. Das Gebiet liegt zwischen Iller und Lech; im Süden, Westen und Norden ist die Grenze identisch mit der Bezirksgrenze von Bayerisch-Schwaben. Im Osten reicht das Bearbeitungsgebiet nur bis zum Lech, da das Gebiet östlich des Lechs im Bayerischen Wörterbuch behandelt wird.

Das WBS ist ein Grundlagenforschungsprojekt an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW). Es ist erst seit August 2017 dort angesiedelt und wird von einem Ausschuss mit sieben Mitgliedern unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Werner König geleitet. Ein Beirat mit dreizehn Mitgliedern begleitet und berät den Ausschuss.

Das Projekt verfügt über eine Mitarbeiterstelle, die sich zwei Redaktorinnen teilen. Es ist derzeit in den Räumen des Bayerischen Wörterbuchs untergebracht. Das ist möglich, da das ganze gesammelte Material in einer Datenbank gespeichert ist und deshalb der Raumbedarf sehr gering ist.

Dokumentation des gesamten Wortschatzes

Ziel des Wörterbuchs ist es, den gesamten Wortschatz des beschriebenen Gebiets in einzelnen Wortartikeln zu dokumentieren und zu beschreiben. Es ist kein historisches Wörterbuch wie das Bayerische Wörterbuch. Der Großteil der über 300 0000 gesammelten Belege stammt aus dem 20. Jahrhundert.

Das Wörterbuch bietet Informa­tionen über die unterschied­lichen Bedeutungen, über die geographische Verbreitung, die Vorkommenshäufigkeit und die Herkunft eines Wortes. Typische Belege werden zitiert, um die Verwendung eines Wortes im Satz zu demonstrieren. Auch der gesamte idiomatische Bereich wird beschrieben, wie z.B. Vergleiche, Redensarten, Sprichwörter und Sprüche. Wenn es für das Verständnis eines Wortes wichtig ist, werden auch volkskundliche Informationen, etwa zu bestimmten Bräuchen, sowie sachkundliche Erklärungen berücksichtigt.

Vorarbeiten von Brigitte Schwarz, die auch die Publikation eines einbändigen Wörterbuchs beinhalteten, haben gezeigt, dass das bisherige Standardwerk, Hermann Fischers Schwäbisches Wörterbuch (1904–1936 erschienen) für den schwäbischen Teil Bayerns sehr große Lücken aufweist. Sie sollen mit diesem Projekt geschlossen werden.

Online verfügbar für alle

Es wird ein Portal geschaffen, in dem der dialektale Wortschatz dieses Gebietes in Wörterbuchartikeln,  aber auch das gesamte gesammelte, diesen Artikeln zugrundeliegende Material öffentlich und kostenfrei abrufbar ist. Komfortable Suchfunktionen werden die Erschließung  unter den verschiedensten Gesichtspunkten möglich machen. Das Wörterbuch soll z.B. nicht nur nach bestimmten Ausdrücken, nach grammatischen Formen, nach Wortfamilien, nach seinen idiomatischen Verwendungen durchsucht werden können, sondern auch nach semantischen Gesichtspunkten.

Die Wortartikel sollen nicht erst zum Abschluss des gesamten Wörterbuchs online gestellt werden, sondern sukzessive unmittelbar nach ihrer Fertigstellung. Das ermöglicht auch einen Dialog mit der Öffentlichkeit, durch den die einzelnen Artikel etwa durch neue Informationen weitergeschrieben bzw. verbessert werden können. Dies natürlich nur nach genauer Prüfung und durch die Redaktorinnen.

Alle Dialekte Bayerns versammelt

Mit diesem Projekt schließt sich ein Kreis: Alle drei Großdialekte des Freistaats Bayern werden jeweils durch ein Wörterbuch erfasst und in ihrem Wortschatz beschrieben.

Es ist das erklärte Ziel aller drei Wörterbuchprojekte, ein gemeinsames  Online-Portal zu bilden. So kann der gesamte Wortschatz aller Mundarten in Bayern schnell und einfach erschließbar gemacht werden.

Förderung

Das Wörterbuch wird vom Freistaat Bayern mit Mitteln für eine Mitarbeiterstelle gefördert und ist vorerst bis Ende 2018 begrenzt.